Ankerführung

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Fidi
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Ankerführung

Beitrag von Fidi » Sa 3. Jul 2021, 21:35

Hallo Zusammen,

da dies mein erster Beitrag in diesem Forum ist, möchte ich Euch zunächst alle begrüßen.

Kürzlich habe ich eine Dehler Duetta 86 GS gebraucht erworben (tolles Boot!) und hätte da gleich eine Frage zur Ankerführung.
Evtl. gibt es jemanden hier im Forum, der mir weiterhelfen kann.

Im (riesengroßen) Ankerkasten befindet sich ein 10kg M-Anker mit etwa 30m Kette. Eine Leine Am Ende der Kette fehlt.
Dann ist mir aufgefallen, daß das Ende der Kette nirgends befestigt ist. Im Ankerkasten konnte ich keine Öse o.ä finden, die das ermöglichen würde.

Daher meine ersten Fragen:
- Es gehört doch eine Leine ans Ende der Kette? Wie sollte man sonst eine Klampe belegen? Oder würdet Ihr hier eher eine Ankerkralle empfehlen?
- Wo haben andere 86er Duettas im Ankerkasten die Kette/Leine befestigt??

Weiter geht's über Deck. Hierzu ein Bild im Anhang:

Über (1) soll offenbar die Kette nach außen geführt werden.
Die Funktion der Öse (2) ist mir schleierhaft.
Ich hatte gehofft, den Anker an (3) über den Bolzen zu befestigen. Dieser würde dann aber an den Rumpf schlagen.

Daher liegt der Anker nun wieder im Kasten, wo ich ihn eigentlich gar nicht haben möchte (wenn es mal schnell gehen muß).
Habe jetzt erstmal ans Ende ein Seil per Palsteg geknotet, dieses durch (1) geführt und wieder mit Palsteg an (2) befestigt.

Wie habt Ihr das mit dem Anker auf Eurem Schiff gelöst?


Bin dankbar für jeden Tipp....


Im voraus besten Dank und Gruß - Fidi.
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axi
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Re: Ankerführung

Beitrag von axi » Mo 12. Jul 2021, 21:03

Hallo Fidi,
willkommen im Klub,
ich habe eine Duetta 86 LS, vorn also das gleiche Schiff.
1. und 2. sind bei mir nicht vorhanden, kann auch keinen Sinn entdecken, (Die Schwarmintelligenz kann Dir da aber vlt. helfen)
Ich handhabe das das Ankern folgendermaßen:
7,5 kg Kobra-Anker mit 8 m Kette und 30 (?)m Bleileine. Die Ankerkette wird durch die Öffnung der Klüse geführt, der Bolzen geschlossen und dann der Anker über Bord gehängt. Der Anker wird gefiert und schließlich mit der Leine auf der Klampe belegt.
(Bei höherem Anspruch an die Haltekraft, z.B. beim Übernachten wird ein 10 kg Draggen als Kattanker eingesetzt, der an seinem Auge nur bis zur Kette rutschen kann.)
Das Auge an der Klüse kann den Anker nicht halten.
Ich habe den Anker nicht gegen vollständiges Ausrauschen gesichert, als Vorrichtung bräuchte man ein stabiles, gut befestigtes Auge in den Ankerkasten einbauen.
Handbreit Werner

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Fidi
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Re: Ankerführung

Beitrag von Fidi » Di 13. Jul 2021, 21:19

Moin Werner,

vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung.

Wie ich Dich verstehe, liegt der Anker (sofern er nicht gebraucht wird) bei Dir auch im Ankerkasten.

Die Sache mit der Bleileine hat mir gerade etwas die Augen geöffnet.
Sofern ich meine 30m Kette ebenfalls auf ein kürzeres Maß verkürze und mit anschließender Bleileine ausstatte,
wird das ganze ja auch leichter zu handhaben sein.

Hier in der Unterweser haben wir eine ordentliche Tide mit guten 2kn Strom und mehr. Daher ist es mir wichtig,
den Anker im Notfall schnell einsatzbereit zu haben. Dies wäre ja auch bei Dir gegeben, indem die Bleileine zunächst an der Klampe belegt wird und der Anker dann ins Wasser geht.

Bzgl. (1) und (2) im Bild habe ich mir auch schon mächtig den Kopf zerbrochen.
(1) ist in jedem Fall eine Kettendurchführung. So weit war ich schon. Aber die würde in dieser Anordnung nur Sinn machen, wenn eine Winsch zur Richtungsumkehr existieren würde. Die gibt es aber nicht. Das Auge (2) ergibt für mich gar keinen Sinn.

Viele Grüße - Fidi.

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axi
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Re: Ankerführung

Beitrag von axi » Mi 14. Jul 2021, 13:15

Noch 'ne Idee,
wenn der Ketteneinlauf gedreht wird, kann dann die Kette aus dem Ankerkasten zur Klüse laufen?
Und: Die Bleileine ist nicht so effektiv wie eine Kette, aber eben besser händelbar. Deshalb auch die Idee mit dem Kattanker, ich verteile so die erforderlichen Lasten auf 2 Anker, die ich getrennt aufhole. Schont meinen alten Rücken.
Handbreit

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