Wempe Yachtuhr von Quarz in DCF77 Funkuhr umrüsten

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Wempe Yachtuhr von Quarz in DCF77 Funkuhr umrüsten

Beitragvon Bodenseesegler » Di 11. Jul 2017, 22:30

Hallo Seglergemeinde,

hier eine nicht alltäglich typische Dehler Herausforderung.

Wir haben eine schöne Wempe Yachtuhr Anbord, die in diesem Jahr ihren Dienst aufgab.
Der Zeitverlust der Quarzuhr betrug trotz voller Batterie ca. 15 Minuten in zwei Wochen.

Ob alles noch Wempe original (Laufwerk, Zeiger), oder bereits verändert, kann ich leider nicht sagen.
Dennoch ist das Wissen auch für andere Uhren, so sei es auch nur die Küchenuhr Zuhause, anwendbar.

Meine Recherche ergab, dass bei mir ein Quarzwerk Junghans W838 verbaut war.
Diese Uhrwerke gibt es noch heute für weniger 5,- € auf Ebay. Leider passen die bei mir (von Wempe/Junghans?) verbauten Zeiger nur auf diesen Laufwerkstyp. Das funktioniert damit immer noch.
Wer jedoch den Wunsch hat, bei Revision statt Quarz- auf ein Funkuhrwerk von Junghans,
passend der Zeigeraufnahme zu wechseln, wird enttäuscht. Junghans hat baugleich keine Funkuhrwerke.

Ich bin fündig geworden. Es gibt tatsächlich ein Funkuhrwerk, das annähernd
dem Junghans Quarzuhrwerk mit Modifikationen in der Zeigeraufnahmevergleichbar ist.

Das Funkuhrwerk UTS F700, von den Baumassen und der Zeigeraufnahme leicht verändert,
kann als Ersatz genommen werden. Die Einbautiefe des Laufwerkes nimmt um ca. 5mm zu.
Die beigestellten UTS Zeiger passen weder von der Länge, noch Optik zur Wempe Uhr.
Die alten (Wempe/Junghans?) Zeiger sollten damit zwingend weiterverwendet werden.

Der alte Stundenzeiger passt exakt in die neue Aufnahme, genauso der Sekundenzeiger.
Die passende Adaptierung liegt nur beim Minutenzeiger.
Der Minutenzeiger von Junghans hat leider keine Rundaufnahme, wie der von UTS gefordert,
sondern ist an den Seiten leicht abgeflacht.

Dann, einfach zur feinen Nagelfeile gegriffen und dagegen die runde Kunststoffachse vom
UTS Laufwerk des Minutenzeigers an zwei Seiten leicht plan gefeilt und dem Junghanszeiger
angepasst und aufgepresst.

Das war's.

Nun ticken wir atomar genau.
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Junghans 838 Seitenansicht.jpg
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Junghans 838 Vorderansicht.jpg
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Re: Wempe Yachtuhr von Quarz in Funkuhr umrüsten

Beitragvon jensstark » Do 13. Jul 2017, 17:25

Schick!

Frage ist: Funkuhrt das auch im Metallgehäuse und an die Wand geschraubt?
jensstark
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Re: Wempe Yachtuhr von Quarz in Funkuhr umrüsten

Beitragvon 80ererbe » Do 13. Jul 2017, 21:47

jensstark hat geschrieben:Schick!

Frage ist: Funkuhrt das auch im Metallgehäuse und an die Wand geschraubt?


Moin,

ich würd mal sagen, ja.

Weil, eine meiner Armbanduhren ist eine Funk/Solar im Ganzmetallgehäuse, (vom Deckglas mal abgesehen).
Also die Antenne ist am Boden und am Rand von Edelstahl umgeben und der Boden vom Zifferblatt wird im Wesentlichen durch eine Solarzelle gebildet. Aber die Funkfeldstärkeanzeige (schönes Wort) zeigt doch meistens einen sehr hohen Pegel....

Beruhigende Grüße, Bernhard

p.s.: super Idee, klasse umgesetzt und spitze beschrieben. Danke dafür...
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Re: Wempe Yachtuhr von Quarz in DCF77 Funkuhr umrüsten

Beitragvon Bodenseesegler » So 16. Jul 2017, 21:59

Hallo Jensstark und 80ererbe,

ich habe alles zweifelsfrei noch einmal getestet.
Eure Frage sind absolut berechtigt.

Das Gehäuse ist komplett mit Messing geschlossen. Auch hinten.
Das Ziffernblatt besteht aus einer ca. 1mm starken Aluplatte.
Damit ist das DCF77 Funkuhrwerk metallisch komplett umhaust.

Die Uhr stellt sich nach wenigen Minuten eingebaut im Gehäuse
von selbst. Damit scheint das DCF77 Signal durch die Uhr zu dringen.

Ja, es funktioniert!
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Re: Wempe Yachtuhr von Quarz in DCF77 Funkuhr umrüsten

Beitragvon Bodenseesegler » Fr 3. Nov 2017, 22:14

Hallo Seglergemeinde,

die obige Umbauanleitung hat Interesse geweckt, so dass ich angesprochen wurde
eine noch etwas ältere Wempe Uhr ebenfalls auf eine DCF77 Funkuhr umzurüsten.

Das ist auch ein recht schönes Stück, jedoch mit neuen Herausforderungen.
In dieser Uhr war ein Kienzle Laufwerk verbaut. Das Kienzle Laufwerk ist nicht
annähernd mit dem Junghans W838 vergleichbar.

Vergleich der Laufwerke zueinander:

_______________________Junghans W838:_______Kienzle:_______UTS F700:

Ziffernblattloch für________10,0 mm_____________5,0 mm_______10,0 mm
Werksbefestigung

Rundschaftaufnahme______5,0 mm______________2,5mm________5,0 mm
für Stundenzeiger

Euroschaftaufnahme_______3,5 mm______________2,0 mm_______3,5 mm
für Minutenzeiger___________________________________________(reiner Rundschaft)
seitlich angeflacht auf______2,8 mm______________1,5 mm_______ggf. seitlich plan feilen


Wer nun von dem Kienzle Laufwerk auf das Funkuhrwerk UTS F700 wechseln möchte,
muss zuerst die Loch im Ziffernblatt von 5,0 mm auf 10,0 mm aufbohren.

Den Stundenzeiger und Minutenzeiger habe ich zu einem Uhrmacher/Zeigerhersteller
gegeben, der mir die Lochmaße von 2,5 mm auf 5,0 mm und 2,0 mm auf 3,5 mm
aufgedehnt hat. Dabei wird nicht nur ein größeres Loch gebohrt, sondern zugleich
auch eine Sickung angebracht, damit der Zeiger auf der jeweiligen Rundachse hält.

Auch in diesem Falle konnten die original Zeiger optisch beibehalten werden.
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Wempe mit Kienzle Laufwerk 1.jpg
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Kienzle Laufwerk.jpg
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Re: Wempe Yachtuhr von Quarz in DCF77 Funkuhr umrüsten

Beitragvon Bodenseesegler » Fr 3. Nov 2017, 22:30

Und hier ist nun das zweite fertig gestellte Exemplar.

Da diese Wempe Uhr ursprünglich keinen Sekundenzeiger
und das Kienzle Werk auch keine Sekundenzeigeraufnahme hatte,
wurde nach dem Umbau auf das UTS F700 Laufwerk in die Mitte
statt einem Sekundenzeiger einfach ein schwarzer Blindknopf gedrückt.

Die Zeigeraufnahmen vom UTS F700 Funklaufwerk sind identisch dem
Junghans W838 aus dem obigen Bild zu entnehmen.
I
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Kienzle Zeigeraufnahme.jpg
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Re: Wempe Yachtuhr von Quarz in DCF77 Funkuhr umrüsten

Beitragvon Bodenseesegler » So 26. Nov 2017, 23:25

Nachtrag:

Die Batterieversorgung vom UTS F700 Funklaufwerk ist eine ganz
normale Mignon AA Batterie, identisch dem Junghans W838 Quarzwerk.

Der Stromverbrauch laut der Datenblätter liegt bei dem UTS F700 bei 160yA
und bei dem Junghans W 383 bei 130yA.

In beiden Fällen ist die Lebensdauer der AA Batterie mit größer gleich einem Jahr angegeben.

Ich nehme zum Winterlager immer die Batterie aus der Uhr um einen Schaden
einer auslaufenden Zelle im Uhrwerk zu vermeiden.
Viele Grüße

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